Süchtig nach Zucker – warum du nichts dafür kannst!

Du bist auf Zucker programmiert

Süchtig nach Zucker – wer kennt es nicht. Die Schokolade, von der du eigentlich nur einen Bissen essen wolltest, ist plötzlich leer … Mit eisernem Willen bist du zum Kaffee und Kuchen Meeting deine Familie am Sonntag gegangen. Auf gar keinen Fall gibt es heute Kuchen für dich, zack war das zweite Stück auch schon verdrückt … Mit zuckerhaltigem Nussaufstrich mache ich erst einmal ´ne Pause. Mhm, bis der Partner sich dachte: Aber ich nicht, und das Glas wieder im Kühlschrank stand. 

Gute Nachrichten: Du bist nicht allein! Noch bessere Nachrichten: Es liegt nicht an deiner schwachen Disziplin, dass du immer wieder in die Zuckerfalle tapst. Früher, als uns Nahrung nicht in Hülle und Fülle im Supermarkt zur Verfügung stand, war es überlebenswichtig Zucker zu sich zu nehmen. Wir brauchten einige Fettdepots für den Winter, da wir nicht wussten  wie viel Nahrung wir in der kalten Jahreszeit bekommen würden. So konnte der Körper in schlechteren Zeiten auf unsere kleine Fettschicht zurück greifen.

Heute haben wir jedoch keine schlechten Zeiten mehr. Im Supermarkt finden wir alles, was das Herz begehrt in Hülle und Fülle. Unser Gehirn funktioniert allerdings noch immer so wie früher. 

Zucker ist nicht gleich Zucker

Zucker steckt in Kohlenhydraten. Wir unterscheiden in einfache und komplexe Kohlenhydrate. 

Einfache Kohlenhydrate sind vor allem in Einfachzuckern (Monosaccharide), wie Glukose und Fruktose, und in Zweifachzuckern (Dissacchariden), wie Kristallzucker, enthalten. In diese Gruppe fällt der normale Haushaltszucker und auch versteckter Haushaltszucker wie in Fertiggerichten, aber auch in Tomatensauce und Milchprodukten sind diese Zuckerarten enthalten.

Komplexe Kohlenhydrate bestehen aus mindestens drei Monosaccharid-Molekülen, wie Polysaccharide. Diese komplexen Kohlenhydrate  müssen bei der Verdauung durch Enzyme erst aufgespalten werden, bevor sie dann langsam ins Blut übergehen und von dort aus in unsere Zellen transportiert werden. Beispiele für komplexe Kohlenhydrate sind Möhren, rote Beete, Haferflocken, Vollkornprodukte, einige Obstsorten und Nüsse. 

Was macht dein Körper mit Zucker?

Wenn du etwas isst, hat das einen Einfluss auf deinen Blutzuckerspiegel, dieser steigt nach der Nahrungsaufnahme an. Das ist das Signal für unsere Bauchspeicheldrüse, dass Insulin produziert werden soll. Dieses Hormon befördert den Zucker dann zu den Leber- und Muskelzellen. Dort steht er uns schnell als Energie zur Verfügung – genau dafür ist Nahrung unter anderem da. Sie soll uns mit Energie versorgen. Wenn wir aber zu viel Zucker gegessen haben und ihn nicht schnell verbrauchen können, wird der Rest in die Fettzellen transportiert und dort gelagert. 

Das Problem mit einfachen Kohlenhydraten ist, dass sie unseren Blutzucker enorm in die Höhe schießen lassen. dann produziert unser Körper auf einmal ganz viel Insulin, damit er den Zucker schnell transportieren kann und darauf folgt dann ein krasser Einbruch unseres Blutzuckers. Wenn wir also ständig einfache Kohlenhydrate zu uns nehmen pendelt sich unser Blutzucker nie in einem gesunden Maß ein. Wenn das zu häufig passiert, kann es zu einer Insulinresistenz und letztendlich zu Diabetes Typ 2 kommen. 

Hinzu kommt, dass unser Körper kein Fett verbrennt, solange Insulin noch in unserem Blut ist. Denn natürlich möchte der Körper erst einmal den schnell verfügbaren Zucker aus dem Blut nutzen, bevor unsere, früher so wertvollen, Fettzellen, angegriffen werden. Wenn du abnehmen möchtest, solltest du also auf einen ausbalancierten Blutzuckerspiegel achten, indem du einfache Kohlenhydrate so oft wie möglich meidest. 

Was kann ich tun, wenn ich süchtig nach Zucker bin?

Wenn du ab und an Lust auf etwas Süßes hast, dann heißt das noch lange nicht, dass du wirklich Zucker-süchtig bist oder dein Insulin verrückt spielt. Wenn du allerdings ständig Heißhunger auf etwas Süßes oder Kohlenhydrate hast, du nach dem Essen etwas Süßes brauchst, oft Energieschwankungen hast oder du nach dem Essen todmüde bist, kann das für eine Zuckersucht sprechen. 

Schau als erstes auf dein eigenes Verhalten. Wann greifst du nach etwas Süßem? Finde deine eigenen Gründe und analysiere die Situationen. Meist kannst du dann schon ein Schema erkennen. Ich hatte hunger und habe nicht schnell genug etwas zu essen bekommen, ich hatte keine Zeit für eine Mittagspause, ich bin traurig, es ist eine Routine auf der Couch. Dies sind nur einige Möglichkeiten, die typisch sind. Bewusstsein hilft, in solchen Situationen anders mit dem Verlangen umzugehen, trink erst einmal ein großes Glas Wasser, geh kurz raus oder greif zu einer gesünderen Alternative wie Obst oder Nüsse. 

Oftmals wollen wir etwas Süßes, wenn wir Stress haben. Stressige Situationen im Alltag sind nicht immer zu vermeiden. Aber achte auf dich und sag lieber mal einen Termin ab, als dich völlig zu verausgaben und es immer allen recht machen zu wollen. Auch das hat einen negativen Einfluss auf deine Hormone. Gönn dir öfters eine Yin Yoga Stunde, einen Spaziergang im Wald oder geh einfach mal früh ins Bett. 

Omega 3 Fettsäuren zum Beispiel in Chia Samen oder Walnüssen machen deine Zellen empfindlicher für Insulin. Zimt hilft außerdem deinen Blutzuckerspiegel auszubalancieren. 

Und natürlich kannst du schauen, was du an deiner Ernährung drehen kannst. Greif so oft wie möglich zu komplexen Kohlenhydraten. Iss morgens beispielsweise kein Fertig-Porrige mit verstecktem Zucker oder ein Brötchen vom Bäcker, sondern misch dir selbst deine Frühstücksflocken oder back dein Brot mit Vollkornmehl. Oft gibt es Alternativen, die nicht nur viel besser für unseren Körper sind, sondern auch noch viel besser schmecken. Auf jeden Fall gilt: Nicht verzweifeln, solltest du süchtig nach Zucker sein – es gibt immer eine Lösung!

Alles Liebe,

Laura

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