Stress? Na dann ab in die Natur!

Viele von euch waren interessiert an einem kleinen Reisebericht von meiner Wanderung in Island. Das habe ich zum Anlass genommen, nicht nur von diesem wunderschönen Tag in der Natur zu berichten, sondern dir auch ein paar Informationen an die Hand zu geben. Erfahre warum du lieber einmal mehr als einmal weniger Zeit im Grünen verbringen solltest, um Stress zu minimieren, dein Glückslevel nach oben schießen zu lassen und den Kopf frei zu bekommen.

Die Natur ist nämlich genauso wichtig für uns, wie eine gesunde Ernährung, ein toller Lebensstil und entspannende Routinen. Daher ist es für mich auch völlig einleuchtend, dass die Wanderung meinen schönsten Tag im Urlaub dargestellt hat! Trotz der Anstrengung war ich super glücklich, habe mich total energiegeladen und gesund gefühlt und wollte am nächsten Tag am liebsten direkt nochmal los.

Warum hilft die Natur bei Stress und ist gut für die Gesundheit?

Schon 20 Minuten in der Natur helfen uns bei der Entspannung, da das Level des Stresshormons Cortisol deutlich sinkt. Einen noch positiveren Effekt haben 30 Minuten im Grünen. Ein Grund dafür ist beispielsweise, dass wir oft dazu tendieren draußen tiefer zu atmen, als in geschlossenen Räumen. Zu schnelles oder flaches atmen versetzt uns in den „Fight or Flight“ Modus, der wiederum unser Stresslevel erhöht.

Des Weiteren hilft helles Licht den Serotoninspiegel zu erhöhen. Serotonin ist das Hormon, was gemeinsam mit Dopamin, für unsere gute Stimmung sorgt. Oft sitzen wir viel zu lange in Räumen, wo es, auch mit ausreichend Fenstern, nicht so hell ist wie draußen.

Wenn du draußen spazieren gehst, hast du (hoffentlich 😉) deinen Blick nicht mehr auf ein digitales Gerät gerichtet. So sinnvoll und hilfreich Smartphones und PCs auch sind, sie sind ein weiterer Stressfaktor in unserer heutigen Zeit. In der Natur hast du also den Kopf ganz automatisch freier. Vielleicht geht dieser Zustand sogar so weit, dass du zwischendurch an nichts mehr denkst und sogar in eine Art Meditation kommst.

Zwar gibt es noch super viele weitere Gründe sich draußen aufzuhalten, aber die oben genannten Effekte auf unseren Körper reichen schon aus, um zu verstehen warum ich ein wirklicher Wander-Fan geworden bin 😊

Special: Reisebericht über die Þórsmörk Wanderung

Und für die von euch, die ebenfalls Lust auf diese Tour in Island haben, kommt jetzt noch ein kleiner Reisebericht 😉

Anreise- und Rückreise-Planung

Die Planungen erwiesen sich gar nicht als so einfach und ich bin gespannt, ob ihr meinen Ausführungen folgen könnt 😉

Der Startpunkt für die Wanderung ist Skogarfoss, ein Wasserfall in dem kleinen Ort Skogar. Dorthin fährt allerdings von Hvolsvöllur nur ein Bus am Tag und das ist morgens ca. um 9 Uhr, sodass wir um 11 Uhr mit der Wanderung hätten starten können. Der letzte Bus von Þórsmörk, dem Endziel der 25 Kilometer langen Wanderung, fährt allerdings um 18:30 Uhr. Da uns das Touristen Office in Reykjavik versichert hat, dass die Wanderung in 8 Stunden machbar ist, wenn man die Strecke rennt und in der Regel eher 9 bis 10 Stunden dauert, kam es nicht in Frage morgens den Bus von Hvolsvöllur nach Sogar zu nehmen. Denn dann hätten wir nur 7,5 Stunden für die Wanderung gehabt.

Nun hatten wir bereits unsere Hotels gebucht. Die Nacht vor dem Hike in Hvolsvöllur, wo auch der letzte Bus von Þórsmörk nach Reykjavik lang fährt und die Nacht nach der Wanderung in Skogar. Ja – wir hätten uns eine Menge Aufregung erspart, hätten wir genau anders herum gebucht – aber manchmal ist man nachher schlauer 😉

Wir haben uns dazu entschieden früh von Hvolsvöllur mit unserem Leihwagen nach Skogar zu fahren, die Wanderung zu machen, den Bus von Þórsmörk (Basar) vorab zu buchen, uns am Highway vom Busfahrer absetzten zu lassen und die letzten 30 Kilometer per Anhalter zu fahren. Der Tag blieb also bis zum Ende spannend, da ich tatsächlich noch nie versucht habe per Anhalter zu fahren.

Der Start der Wanderung am Skogarfoss

Am Skogarfoss angekommen hatten wir bereits einen fantastischen Blick auf den Wasserfall. Zunächst ging es gefühlte 300 Stufen hoch, bis nach der Aussichtsplattform ein Wanderweg anfing. Ca. 8 Kilometer jagte ein Wasserfall den nächsten, es war unglaublich schön und wir hatten wirklich noch Glück mit dem Wetter! Zwischendurch konnten wir am Fluss immer wieder unsere Wasserflaschen auffüllen. Der Weg war einfach zu gehen und ich kann euch diesen Abschnitt weiter empfehlen, wenn ihr keine Lust auf 25 Kilometer und etwas schwierigere Passagen habt.

Von steinigen Wegen und Schneefeldern

Nachdem wir eine Brücke überquert hatten, veränderte sich die Landschaft. Es wurde felsiger und das Grün verschwand. Es sah magisch aus. Weit und breit keine Menschenseele zu erblicken – Ruhe pur. Dieser Abschnitt war nicht ganz so lang und bald gelangten wir zu den Schneefeldern.

Die Sicht wurde schlechter und wir waren froh 4-5 Klamotten-Lagen, Wanderschuhe und eine wind- und wetterfeste Regenjacke an zu haben. Teilweise haben wir nur bis zum nächsten Stab schauen können, der den Weg anzeigt. Wir haben uns aber zu keiner Zeit unwohl gefühlt. Es war einfach schön die Natur für sich zu haben und die Gedanken schweifen zu lassen.

Als wir ca. die Hälfte der Wanderung geschafft haben, was ungefähr am Ende der Schneefelder der Fall ist, kamen uns das erste Mal einige Menschen entgegen und wir holten zwei Paare vor uns ein, die wir überholen konnten. Einige Wanderer machen die Tour genau anders herum. Ich würde es allerdings nicht empfehlen, da das Highlight dann quasi vorweg gegriffen wird.

Nach den Schneefeldern geht es nochmal in einige steinigere Gebiete, die aber wieder super abwechslungsreich sind. Zwischendurch mussten wir ein wenig klettern und es gab die ein oder andere etwas knifflige Stelle, aber darauf waren wir einigermaßen vorbereitet, da der Pfad als schwierig gekennzeichnet ist. Trotzdem ist er gut ohne Kletterausrüstung zu meistern.

Kannst du mich mal kneifen?

Und dann ist es so weit – du gehst um eine Kurve und siehst das absolute Highlight. Den Canyon. Es hat mir fast den Atem verschlagen, so schön – es war das perfekte Bild. Der Nebel hing tief, die Felsen waren grün bedeckt – Auenland trifft es ganz gut. Die Strecke war leicht zu gehen und zu genießen. Bis wir an eine ziemlich schmale Stelle kamen, wo wir etwas hoch klettern mussten und es an beiden Seiten zieeemlich in die Tiefe ging. Ich war kurzzeitig sicher, dass ich die 24 Kilometer jetzt zurücklaufen werde. In solchen Situationen ist Achtsamkeit Gold wert. Die Panik nicht hochsteigen lassen, super vorsichtig sein und tief durchatmen. Keine 30 Sekunden später war auch der Teil geschafft.

Die Rückreise

Als wir an der Bushaltestelle in Basar ankamen hatten wir ca. halb 4. Wir haben die Wanderung also in 7,5 Stunden geschafft – inkl. Fotostopps und kleiner Mittagspause. Ich hatte nicht einmal das Gefühl, dass wir uns besonders beeilt haben. So hatten wir noch ca. 3 Stunden Zeit. Trotzdem würde ich nicht empfehlen erst um 11 zu starten und zu hoffen, dass man es zum Bus schafft. Jeder hat andere Voraussetzungen, macht mal längere Fotostopps oder es kommen schlechtere Wetterbedingungen dazu. 

Mittlerweile hatte es sich eingeregnet. Wir durften uns aber glücklicher Weise in die Hotel-Küche des Camps vor Ort zurückziehen, wo nach und nach weitere Wanderer ankamen, die ebenfalls auf den Bus warteten.

Bevor wir eingestiegen sind, habe ich den Busfahrer gefragt, was die nächste haltestellte zu Skogar ist, wo er uns rauslassen kann. Er guckte etwas verwirrt und meinte am Highway. Woraufhin ich nickte und erklärte, dass wir ohnehin per Anhalter weiter fahren müssten. Auch die Busfahrt war noch spannend, da ich das erste Mal in einem Fahrzeug einige Flüsse überquert habe – aber auch das funktionierte alles reibungslos. Nach ca. 1,5 Stunden Busfahrt kamen wir an der ersten Haltestelle an, wo auch wir unsere Sachen zusammensuchten. Und dann machten wir das zweite Mal auf unserer Reise die Bekanntschaft mit der unfassbaren Hilfsbereitschaft der Isländer. Der Busfahrer besorgte und durch eine Lautsprecherdurchsage im Bus unser Auto für die Weiterfahrt. Eine Mutter mit ihrem Sohn aus San Diego, deren nächster Stopp Skogarfoss war. So einfach kann es gehen, wenn man etwas vertrauen hat 😉

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