Schnelles Zwiebel-Chutney

Ayurveda Chutney

Zwiebeln sind eigentlich im klassischen Ayurveda ein eher wenig verbreitetes Lebensmittel. Zum einen können sie natürlich blähend wirken, wenn sie nicht richtig zubereitete werden und zum anderen wird ihnen eine tamasische Wirkung zugeschrieben. 

Ersteres können wir bis zu einem gewissen Grad gut umgehen und dazu kommen wir gleich noch. Letzteres möchte ich dir hier nur in groben Zügen erklären. Im Ayurveda wird den Lebensmitteln eine bestimmte Energie zugeschrieben: Sattva, Rajas und Tamas. Sattvisch sind dabei frische, natürliche Lebensmittel wie zahlreiche Obst und Gemüsesorten (allerdings nicht alle) sowie viele Getreide. Die energetische Wirkung der Nahrungsmittel soll sich auch in dem Geist des Menschen zeigen, der diese gegessen hat. Sattva wird dabei Ruhe, geistige Klarheit und Ausgeglichenheit zugeschrieben. Rajasische Lebensmittel zeichnen sich vor allem durch den sauren oder scharfen Geschmack aus. Sie können bei Übermaß dazu führen, dass Egoismus, Gier oder Aggressivität den Geist bestimmen. Tamasische Lebenmittel sind beispielsweise Knoblauch und Zwiebeln, aber auch rotes Fleisch und Konserven. Diese Lebensmittelgruppen sollen vorrangig zu Trägheit führen. 

Ich arbeite mit diesem Ansatz bis zu einem gewissen Grad. Es ist sicherlich gut viele sattvische Lebensmittel zu sich zu nehmen, einfach weil sie in der Regel frisch und unverarbeitet sind und uns dadurch mit zahlreichen Mikronährstoffen versorgen. Ich denke auch, dass die meisten Menschen nachvollziehen können, dass ein 250 Gramm Steak nicht dazu beiträgt einen lebendigen Geist zu haben. Ich würde wegen der energetischen Wirkung allerdings nicht auf Obst oder Gemüsesorten verzichten, weil sie nicht als sattvisch eingeordnet werden. Zwiebeln und Knoblauch sind zwei Beispiele, weitere sind Kartoffeln, Kürbis, Pilze oder auch Ananas und Auberginen. Viel mehr würde ich auf die individuelle Verträglichkeit achten (Upayoktr), also wie deine Verdauung mit den Lebensmitteln zurechtkommt und wie du dich ganz individuell nach dem Konsumieren fühlst.

Die Einordnung des Verhaltens eines Menschen gemäß Sattva, Rajas und Tamas ist durchaus sinnvoll und sollte bei Beratungen daher berücksichtigt werden. Dies ist allerdings noch ein viel weitreichenderes Thema und wir befinden uns in der ayurvedischen Psychologie. Hier spielt noch viel mehr eine Rolle als die Ernährung.  

Zur Mittagszeit esse ich daher ab und zu gerne ein Zwiebelchutney, welches mir persönlich sehr gut bekommt, weil ich auf ein paar ayurvedische Grundprinzipien achte 😉 

Zwiebeln sind in ihrer rohen Form eher scharf und erhöhen somit Pitta. Wenn sie gekocht werden, tritt ein eher süßlicher Geschmack in den Vordergrund womit sie für Vata und Pitta gut verträglich sind. Achtung: Auch gekocht, kann eine wechselhafte Vata Verdauung Probleme mit Zwiebeln bekommen – da ist austesten gefragt 😉 

Um unser Agni, genauer gesagt im ersten Schritt das Jatharagni, zu unterstützen können wir einige Gewürze zum Chutney hinzugeben. Ingwer unterstützt beispielsweise unsere Verdauung optimal, auch Koriander kann gut eingesetzt werden. Zudem koche ich die Zwiebeln für ein Chutney recht lange durch. Auch wenn ich normalerweise Fan von kurzen Garzeiten bin, lasse ich das Chutney gute 10 Minuten auf niedriger Hitze köcheln, nachdem ich die Zwiebeln schon 5 Minuten gedünstet habe. Mit diesen zwei einfachen Maßnahmen können recht viele Leute das Ziebel-Chutney gut verdauen und von den gesundheitlichen Vorzügen der Zwiebel profitieren. Sie haben nicht nur zahlreiche Vitalstoffe, sondern enthalten auch Polyphenole, ein sekundärer Pflanzenstoff und können zu einem guten Blutzuckermanagement beitragen. 

 

Ayurveda Chutney

 

Portionen: 1

Vorbereitungszeit: 5 Minuten

Kochzeit: 15 Minuten  

 

Zutaten

1 mittelgroße Zwiebel

Circa 75-150 ml heller Traubensaft

1 TL Ingwerpulver

1 TL getrockneter Koriander

1/4 TL Salz

1 TL Kokosöl

ggf. 1 TL Ahornsirup

 

Zubereitung

  1. Zwiebel schälen und in kleine Würfel schneiden.
  2. Kokosöl mit dem Ingwer in einen kleinen Topf geben und kurz anrösten. 
  3. Zwiebeln dazu geben und 4 bis 5 Minuten glasig dünsten. 
  4. Dann den Traubensaft dazu geben. Ich habe die Menge nicht genau abgemessen, sondern nach Gefühl dazu gegeben. Etwa so, dass der Topfboden 2 Finger breit bedeckt ist und die Zwiebel somit auch gut bedeckt ist. Die Flüssigkeit wird noch eingekocht. 
  5. Circa 10 Minuten köcheln lassen.
  6. Am Ende Salz und Koriander dazu geben. 
  7. Ggf. kannst du nun auch noch einen Teelöffel Ahornsirup dazu geben. Wir hatten noch selbstgemachten Traubensaft, der etwas weniger süß ist als die gekaufte Alternative. Daher habe ich den Sirup noch hinzugefügt, eventuell brauchst du ihn aber gar nicht mehr. 

Ich esse das Chutney sehr gerne zu meinen Kichererbsen-Pfannkuchen, die in meinem Buch „In Balance mit Ayurveda“ zu finden sind und tausche das dort erwähnte Rote Bete Chutney einfach ab und an aus. Du kannst es aber auch super zu Naan, Roti oder generell als Brotaufstrich nutzen, dann einfach etwas mehr einkochen. Es schmeckt auch als Belag auf Flammkuchen oder zu einer eher neutralen Gemüsepfanne mit Getreide. Du siehst: Es gibt viele Möglichkeiten 🙂 

Viel Spaß beim Ausprobieren! 

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