PCO Syndrom (PCOS): Symptome, Behandlung & Kinderwunsch

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PCO Syndrom (PCOS): Symptome, Behandlung & Kinderwunsch

Das polyzystische Ovarialsyndrom ist eine der häufigsten Hormonstörungen – und einer der häufigsten Gründe für einen unerfüllten Kinderwunsch. Hinter dem langen Namen steht eine sehr komplexe Symptom-Kombination, deren Entstehung noch nicht vollständig geklärt ist. Falls du selbst an Symptomen des PCO-Syndroms leidest oder deine Klientinnen noch besser unterstützen willst, habe ich hier die wichtigsten Informationen für dich zusammengestellt.

 

Was ist das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS)?

Ja, der Name ist etwas sperrig: Deshalb ist das polyzystische Ovarialsyndrom vor allem als PCO-Syndrom oder kurz PCOS bekannt. Wenn man den Namen auseinandernimmt, ist es aber gar nicht mehr so schwierig: „Poly“ heißt viele, „zystisch“ steht in diesem Fall für Eibläschen und die Ovarien sind die Eierstöcke.

Es handelt sich also um ein Syndrom, bei dem sich an den Eierstöcken viele Eibläschen bilden. Eigentlich logisch, oder? PCOS ist die häufigste hormonelle Störung bei Frauen im gebärfähigen Alter. Es gibt unterschiedliche Diagnosekriterien: Je nachdem, welche man verwendet, sind weltweit zwischen 5 und 21 Prozent der Frauen vom PCO-Syndrom betroffen.

Weil PCOS in vielen Fällen unbemerkt bleibt, gibt es wahrscheinlich eine hohe Dunkelziffer. Bei manchen Frauen treten die Symptome des PCO-Syndroms schon in der Jugend auf. Manche Expert:innen sagen sogar, dass sich frühe Anzeichen manchmal schon vor der ersten Menstruation zeigen.

PCOS erkennen: Typische Symptome

Diagnostiziert wird PCOS meistens zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr: Oft dann, wenn die Frauen gerne schwanger werden möchten. Denn PCOS kann dazu führen, dass der Kinderwunsch unerfüllt bleibt. Erkannt wird das PCO-Syndrom meistens, weil die Gynäkologin viele kleine Eibläschen auf dem Ultraschall sieht – oder weil den Betroffenen auffällt, dass ihr Zyklus sehr lang ist.

Viele Menschen denken, dass die namensgebenden Zysten das Haupt-Symptom von PCOS sind. Dabei gibt es aber zwei Missverständnisse: Erstens sind es keine richtigen Zysten, sondern Eibläschen – also Eizellen, die nicht richtig ausgereift sind. Außerdem zeigen sie sich nicht bei allen Frauen: Nur  etwa zwei Drittel der Betroffenen haben dieses PCOS-Symptom.

Im Kern steckt hinter dem polyzystischen Ovarialsyndrom ein hormonelles Ungleichgewicht. Bei Frauen, die unter PCOS leiden, produzieren die Eierstöcke zu viele männliche Hormone (Androgene). Zu den Folgen gehört, dass der Eisprung ausbleibt und manchmal Haare an Orten sprießen, die für Frauen eher untypisch sind.

Die Ursachen von PCOS

Was genau die Ursachen von PCOS sind, ist bis heute nicht vollständig geklärt. Es gibt Hinweise darauf, dass die Gene eine Rolle spielen: In vielen Familien treten PCOS-Fälle gehäuft auf.  Allerdings hängt PCOS auch eng mit dem Lebensstil zusammen. Es könnte also sein, dass bestimmte familiäre Gewohnheiten zur Entstehung beitragen.

Klar ist, dass PCOS in vielen Fällen mit Übergewicht zusammenhängt. Etwa drei Viertel der betroffenen Frauen haben einen erhöhten BMI. Heute wissen wir aber auch, dass es unterschiedliche Typen von PCOS gibt. Genau genommen ist das PCO-Syndrom keine Krankheit, sondern eine Art „Symptom-Kombination“.

Wenn du PCOS hast, ist es wichtig, deinen Typ zu bestimmen: Anhand der individuellen Faktoren lässt sich besser abschätzen, was die Ursachen des PCO-Syndroms sind und wie es am besten behandelt wird.

Die Diagnose des PCO-Syndroms

Als Hauptmerkmale der Störung gelten erhöhte männliche Hormone (Androgene), ausbleibende oder sehr seltene Eisprünge (Amenorrhoe oder Oligomenorrhoe) und viele Eibläschen an den Eierstöcken (Ovarien). Eine Leitlinie, also klare Empfehlungen für die Diagnose und Behandlung von PCOS, gibt es allerdings bis heute nicht. 

Bei den meisten Patientinnen sind alle Androgene erhöht: Darunter Testosteron, Androstendion und DHEAS. Diese Hormone werden bei Frauen in den Eierstöcken und in den Nebennieren produziert. Ärzt:innen testen bei einem Verdacht die Blutwerte, betrachten die Eierstöcke per vaginalem Ultraschall und befragen die Patientinnen zu ihren Symptomen.

Bevor die Diagnose gestellt wird, müssen andere mögliche Ursachen der Beschwerden ausgeschlossen werden: Zum Beispiel eine Schwangerschaft oder eine frühe Menopause. Um PCOS zu diagnostizieren, werden häufig die sogenannten Rotterdam-Kriterien verwendet. Nach diesen muss eine Frau mindestens zwei der PCOS-Hauptsymptome haben, um die Diagnose zu erhalten.   

Die vier PCOS-Typen laut Rotterdam-Kriterien:

  • Typ A: Erhöhte Androgene, ausbleibender Eisprung und polyzystische Ovarien
  • Typ B: Erhöhte Androgene und ausbleibender Eisprung
  • Typ C: Erhöhte Androgene und polyzystische Ovarien
  • Typ D: Ausbleibender Eisprung und polyzystische Ovarien

Die Rotterdam-Kriterien stehen allerdings immer mal wieder in der Kritik: Viele Expert:innen bemängeln, dass die Rotterdam-Kriterien zu Falschdiagnosen von PCOS führen können.

Zum einen müssen Eibläschen an den Ovarien nicht zwangsläufig auf eine hormonelle Störung hinweisen.

Zum anderen sind Kritiker:innen der Ansicht, dass Typ D eigentlich keine PCOS-Diagnose rechtfertigt: Sie empfehlen, erhöhte Androgenwerte bei Frauen als Kernsymptom des PCO-Symptoms zu behandeln.

Eine alternative Einordnung der PCOS-Typen

Lara Briden, eine Expertin für Frauengesundheit, die ich persönlich sehr schätze, hat eigene Kategorien für die unterschiedlichen PCOS-Varianten entwickelt. Sie nennt sie „funktionelle PCOS-Typen“: 

  • Insulinresistentes PCOS: Dieser Typ hängt mit einer Stoffwechselstörung und/oder Übergewicht zusammen
  • Post-Pill-PCOS: Eine temporäre Variante, die nach dem Absetzen der Pille auftreten kann
  • Entzündliches PCOS: Dieser Typ entsteht durch chronische Entzündungsprozesse im Körper – zum Beispiel durch Probleme mit der Darmflora, unerkannte Allergien oder Umweltgifte
  • Nebennieren-PCOS: Liegen weder Insulinresistenz noch Entzündungen vor, kann es sein, dass die Nebennieren durch eine Enzymstörung zu viele Androgene produzieren. Laut Lara Briden erkennt man diesen Typ daran, dass DHEAS erhöht ist, Testosteron und Androstendion aber im Normalbereich liegen. 

Ich selbst stimme mit den Kritiker:innen der Rotterdam-Kriterien überein: In meinen Augen liegt ein PCO-Syndrom nur dann vor, wenn eine Frauen zu viele männliche Hormone produziert. Bevor PCOS diagnostiziert wird, müssen aber alle anderen möglichen Störungen ausgeschlossen werden.

Ein Beispiel: Das sogenannte Adrenogenitale Syndrom (AGS) ist eine Störung der Nebennieren, bei denen Frauen von Geburt an zu viele Androgene produzieren. Die Anzeichen können den PCO-Symptomen ähneln, die Ursache ist aber eine andere. AGS kommt viel seltener vor als PCOS, ist aber die wichtigste Differenzialdiagnose.

Und: Wenn der Eisprung ausbleibt, kann das auch andere Gründe haben. Eine Amenorrhoe ist oft die Folge von zu wenigen Kalorien, zu intensivem Training oder einer Kombination aus beidem.  

PCOS und Insulinresistenz

Lara Briden beschreibt den insulinresistenten PCOS-Typ als die häufigste Variante. Das deckt sich mit dem aktuellen wissenschaftlichen Konsens: Bei mehr als der Hälfte der PCOS-Betroffenen ist der Kohlenhydrat-Stoffwechsel gestört. Falls dir der Begriff Insulinresistenz bisher noch nicht begegnet ist: Insulinresistenz heißt, dass die Körperzellen (vor allem Muskel- und Leberzellen) nicht mehr richtig auf das Insulin-Signal reagieren.

Insulin ist ein Botenstoff, der in der Bauchspeicheldrüse gebildet wird. Eine der wichtigsten Aufgaben dieses Stoffwechselhormons ist es, den Blutzuckerspiegel zu regulieren. Nimmst du mit einer Mahlzeit Kohlenhydrate zu dir, werden diese im Verdauungstrakt in ihre Einzelteile zerlegt. Durch die enthaltene Glukose steigt dein Blutzuckerspiegel an. Das ist ein völlig normaler Prozess – auch wenn viele Influencer uns derzeit etwas anderes weismachen wollen.

Als Folge des erhöhten Blutzuckerspiegels schütten die Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse Insulin aus. Insulin funktioniert wie ein Schlüssel: Es signalisiert den Zellen, dass sie die Glukose auf dem Blut aufnehmen. In den Zellen wird die Glukose in Energie umgewandelt. Vor allem das Gehirn ist auf eine ausreichende Glukosezufuhr angewiesen. Insulin sorgt also dafür, dass die Zellen die Glukose verwerten und der Blutzuckerspiegel sinkt.

Erhöhtes Diabetes-Risiko bei PCOS

Soweit also der gesunde Prozess. Bei einer Insulinresistenz funktioniert dieser natürliche Ablauf nicht mehr richtig. Im frühen Stadium reagieren die Zellen immer schlechter auf das Insulin-Signal. Um das zu kompensieren, produziert die Bauchspeicheldrüse dann immer mehr Insulin. Deshalb sind die Blutzuckerwerte bei einer frühen Insulinresistenz oft noch im Normalbereich.

Je weiter der Zustand fortschreitet, desto mehr Arbeit hat die Bauchspeicheldrüse. Irgendwann ist sie erschöpft und schafft es nicht mehr, genügend Insulin auszuschütten. Spätestens jetzt steigen die Blutzuckerwerte an. Unbehandelt kann eine Insulinresistenz zu Prädiabetes und Diabetes mellitus Typ 2 führen. Studien zeigen, dass Frauen mit PCO-Syndrom ein deutlich höheres Risiko haben, an Diabetes zu erkranken.  

Noch nicht eindeutig geklärt ist, was zuerst kommt: Der Androgenüberschuss oder die Insulinresistenz. Fest steht aber, dass sich beide Phänomene gegenseitig beeinflussen und verstärken. Viele Menschen, die insulinresistent sind, haben Übergewicht. Trotzdem können auch Normalgewichtige eine solche Glukose-Stoffwechselstörung entwickeln.  

Welche Bedeutung hat das Anti-Müller-Hormon?

Klar ist: Beim polyzystischen Ovarialsyndrom sind die Interaktionen zwischen vielen unterschiedlichen Botenstoffen gestört. Insulin sorgt zum Beispiel indirekt dafür, dass mehr Testosteron im Körper ist. Es senkt die Ausschüttung des Hormons Sexualhormonbindendes Globulin (SHGB): Und weil SHGB Testosteron bindet, führt mehr Insulin oft zu mehr freiem Testosteron.

Gleichzeitig regt Insulin die Ausschüttung des luteinisierenden Hormons (LH) an. LH ist der Gegenspieler von FSH, dem Follikel-stimulierenden Hormon: Wir brauchen es, damit Eizellen gesund wachsen und es zum Eisprung kommt. Bei PCOS sind die LH-Spiegel oft erhöht und die FSH-Spiegel eher niedrig.

Ein Botenstoff mit einem etwas schrägen Namen interessiert die Wissenschaft im Zusammenhang mit PCOS besonders. Frauen, die Symptome des PCO-Syndroms zeigen, haben meist um das zwei- bis dreifach erhöhte Werte des sogenannten Anti-Müller-Hormons – oder kurz AMH. Viele Expert:innen sehen hohe AMH-Werte inzwischen als klares Diagnosekriterium für das polyzystische Ovarialsyndrom.

AMH reift in den Ei-Follikeln heran. Während man früher dachte, dass erhöhte Werte einfach ein Nebeneffekt von PCOS seien, kamen neuere Studien zu anderen Schlüssen: Ein Team der New Yorker Weill Cornell Medicine fand Belege dafür, dass das Hormon möglicherweise aktiv an der Erkrankung beteiligt ist.

Typische Symptome des PCO-Syndroms

Ich weiß – das Thema PCOS ist ganz schön komplex. Umso mehr Respekt, wenn du bis hier durchgehalten hast! Wie so oft beim Thema Gesundheit gibt es eben viele Dinge, die wir wissen – und noch mehr, bei denen wir noch ganz am Anfang stehen. Fest steht, dass PCOS viele Symptome und Ausprägungen hat und individuell sehr unterschiedliche Beschwerden verursachen kann.

Mögliche Symptome des PCO-Syndroms:

  • Unregelmäßiger Zyklus / unregelmäßige Periode
  • Zykluslänge mehr als 35 Tage
  • Mehrere schnurförmig angeordnete „Zysten“ an den Eierstöcken
  • Erhöhte Werte von Testosteron, Androstendion und/oder DHEAS
  • Haarwuchs auf der Oberlippe, Brust oder an den Beinen (Hirsutismus)
  • Haarausfall nach klassisch „männlichem“ Muster (z.B. an der Schläfe)
  • Vermehrtes Ansetzen von Bauchfett
  • „Männlichere“ Körperproportionen
  • Vergrößerung der Klitoris
  • Akne
  • Die Stimme wird tiefer
  • Unerfüllter Kinderwunsch
  • Erhöhte Blutzuckerwerte oder HOMA-IR (Insulinresistenz)
  • Verdunkelte Hautstellen im Nacken, den Achselhöhlen oder der Kniekehle (Acanthosis nigricans)

Manche Frauen mit PCO-Syndrom haben kaum Symptome, bei anderen zeigt sich die gesamte Bandbreite. Leider sind viele der PCOS-Symptome eher unspezifisch: Das kann dazu führen, dass die Störung für eine lange Zeit unentdeckt bleibt.

Bei vielen Betroffenen treten zusätzlich noch weitere Krankheiten bzw. Risikofaktoren auf: Neben Insulinresistenz (oder Diabetes) gehören dazu zum Beispiel auch Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und Schilddrüsenprobleme.

Ich empfehle dir, bei Symptomen des PCO-Syndroms unbedingt immer auch die Schilddrüse untersuchen zu lassen: Falls du einen Kinderwunsch hast, könnten nämlich auch niedrige Schilddrüsenhormone schuld sein.

Medikamente und Nahrungsergänzung bei PCOS

Das PCO-Syndrom ist sowohl körperlich als auch psychisch eine enorme Belastung. Unerfüllter Kinderwunsch, körperliche Veränderungen und mögliche Folge- oder Begleiterkrankungen stellen eine große Herausforderung dar. Die gute Nachricht ist aber, dass sich PCOS in vielen Fällen gut managen lässt.

Wie genau die PCO-Therapie aussieht, hängt vom Einzelfall und den individuellen Beschwerden ab. Ärzt:innen verschreiben oft die Anti-Baby-Pille, weil sie den natürlichen Zyklus unterdrückt. Das löst das Problem natürlich nicht an der Wurzel, sondern bekämpft nur die Symptome von PCOS. Wenn du die Pille nimmst, hast du nur scheinbar einen regelmäßigen Periode: Eigentlich ist es eine Entzugsblutung, die mit der natürlichen Menstruation nichts zu tun hat.

Zu den weiteren Medikamenten, die bei PCOS häufig eingesetzt werden, zählen Clomifen und Letrozol (bei Kinderwunsch), Statine, Glukokortikoide, Spironolacton und Metformin. Letzteres ist eigentlich ein Diabetes-Medikament und wird bei PCOS off-label, also ohne konkrete Zulassung für die Störung, verwendet.

Gerade bei PCOS mit Insulinresistenz hat sich die Behandlung mit Metformin aber in vielen Fällen bewährt. Wenn du dich daran erinnerst, wie Insulin den Testosteronspiegel beeinflusst, leuchtet das ja auch ein. Daneben gibt es eine Reihe an Heilpflanzen und Nahrungsergänzungsmitteln, die im Zusammenhang mit dem PCO-Syndrom diskutiert werden.

Mögliche Nahrungsergänzungsmittel bei PCOS:

Kinderwunsch: Trotz PCO-Syndrom schwanger werden

Viele Frauen, die die Diagnose PCOS erhalten, machen sich Sorgen, dass sie vielleicht nicht schwanger werden können. Hier kann ich dich ein bisschen beruhigen: In den meisten Fällen klappt es trotzdem. Wer das PCO-Syndrom hat, hat in der Regel einen gesunden Eisprung – nur eben nicht so regelmäßig wie andere Frauen.

Eine schwedische Studie konnte zeigen, dass PCOS-Patientinnen genauso oft ein Kind bekamen wie gesunde Frauen. Der einzige Unterschied bestand darin, dass sie bei der Geburt im Durchschnitt etwa ein Jahr älter waren. Außerdem gibt es genügend Frauen, die gar nicht wissen, dass sie PCOS haben und trotzdem natürlich schwanger werden.

Wenn du PCOS hast und schwanger werden möchtest, empfehle ich dir unbedingt, mit dem Zyklustracking nach der symptothermalen Methode zu beginnen. Gerade bei einem unregelmäßigen Zyklus hilft dir das, deine fruchtbaren Tage zu berechnen. Damit steigerst du deine Chancen auf eine natürliche Schwangerschaft.

Ärzt:innen verschreiben dir bei PCOS und Kinderwunsch möglicherweise ein Medikament, dass die Eizellen beim Reifen unterstützt. Falls das nicht ausreicht, kommt in seltenen Fällen auch eine Operation infrage, bei der ein Teil der Eibläschen zerstört wird. Das kann dazu beitragen, dass die verbliebenen Follikel besser reifen. Außerdem gibt es noch die Möglichkeit der künstlichen Befruchtung.  

Wichtig zu wissen ist aber, dass PCOS bestimmte Risiken für Mutter und Kind erhöht. Zum Beispiel kommt es häufiger zu einem Gestationsdiabetes oder Fehl- und Frühgeburten. Ein Schwangerschaftsdiabetes beeinflusst auch den Stoffwechsel des Kindes – und damit seine spätere Gesundheit.  

Das PCO-Syndrom ohne Pille behandeln

Eine Heilung im eigentlichen Sinn gibt es für PCOS meines Wissens derzeit nicht. Mit den richtigen Maßnahmen und einer ganzheitlichen Herangehensweise lässt sich das PCO-Syndrom aber gut behandeln. Ob Medikamente sinnvoll bzw. nötig ist, muss jede Frau im Gespräch mit ihren Ärzt:innen entscheiden.

Oft lässt sich aber auch durch einen veränderten Lebensstil schon viel erreichen. Bei einem erhöhten BMI und erhöhte Blutzuckerwerten oder einem auffälligen HOMA-IR-Wert kann ein Gewichtsverlust möglicherweise eine Verbesserung bewirken. Gerade Bauchfett ist selbst hormonell wirksam und kann hormonelle Störungen und Entzündungsprozesse begünstigen.

Die Stellschrauben sind hier – wie so oft – eine ausgewogene, entzündungshemmende Ernährung und regelmäßige Bewegung. Ich empfehle hierbei eine Kombination aus moderatem Ausdauertraining und etwa zwei- bis dreimal pro Woche Kraftsport. Die Muskeln zu aktivieren und aufzubauen ist eine der besten Möglichkeiten, um die Insulinsensitivität zu verbessern – und damit auch viele der Symptome des PCO-Syndroms zu reduzieren.

Was die Ernährung betrifft: Zucker, Weißmehl und sehr fettige Lebensmittel sollten Betroffene lieber für eine Weile weglassen. Besser sind Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte und moderate Mengen gesunder Fette, wie zum Beispiel Olivenöl, Nüsse sowie Omega-3 aus Fisch oder als Nahrungsergänzung. Weil Eiweiß den Effekt von Kohlenhydraten auf den Blutzucker abpuffern kann, empfehle ich pro Mahlzeit etwa 20 bis 30 Gramm Protein.

Für deine Klientinnen: Tipps, um die Behandlung zu unterstützen

Je früher das PCO-Syndrom erkannt und behandelt wird, desto besser. Erhöhte Androgenwerte bei Frauen erhöhen das Risiko für ein metabolisches Syndrom. Außerdem gibt es Hinweise darauf, dass PCOS Krankheiten wie Schlaganfall, Herzinfarkt und Gebärmutterkrebs begünstigen könnte.

Ernährung, Bewegung und Stressmanagement sind bei PCOS deshalb die wichtigsten Maßnahmen. Ein gesunder Lebensstil wirkt sich auch auf mögliche andere Symptome, wie zum Beispiel Bluthochdruck oder hohe Cholesterinwerte, positiv aus und kann Folgekrankheiten verhindern. 

Was ich aber betonen möchte: Ja, es ist richtig, dass PCOS in vielen Fällen mit Insulinresistenz zusammenhängt. Aber nicht in allen. Wenn du mit Klientinnen arbeitest, die am PCO-Syndrom leiden, bitte ich dich, sie nicht sofort in eine Schublade zu stecken.

PCOS-Betroffene haben oft ein sehr negatives Körperbild und leiden häufig unter Essstörungen oder Depressionen. Gerade aufgrund von PCO-Symptomen wie starkem Haarwuchs, Virilismus und Unfruchtbarkeit und der Assoziation mit Diabetes und Übergewicht kommen wahrscheinlich viele Klientinnen mit Gefühlen von Schuld und Scham in deine Beratung. Wenn du ihnen so offen und unvoreingenommen wie möglich begegnest, nimmst du ihnen vielleicht einen Teil dieser Last.

Frag unbedingt nach der ganzen Geschichte. Erkundige nach einer möglichen familiären Vorbelastung, anderen gesundheitlichen Problemen, der Ernährung und dem Lebensstil. Nicht vergessen: Auch endokrine Disruptoren – also hormonell wirksame Chemikalien, die sich zum Beispiel in Plastik und vielen Kosmetikprodukten verstecken, werden im Zusammenhang mit dem PCO-Syndrom diskutiert.

Ähnliches gilt für die intestinale Durchlässigkeit – besser bekannt unter dem Schlagwort Leaky-Gut-Syndrom. Auch Veränderungen am Darm-Mikrobiom wurden bei PCOS-Betroffenen festgestellt. Damit kommen wir wieder zu den Vorteilen des Ayurveda: Das älteste Heilsystem der Welt betrachtet Störungen grundsätzlich individuell und behandelt zuerst das Verdauungssystem.

In meiner Weiterbildung zum Ayurveda-Coach für Frauengesundheit lernst du genau, wie du die Beschwerden deiner Klientinnen richtig einordnest und sie auf ihrem Weg bestmöglich unterstützt.

Das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) und seine Symptome

Ich hoffe, mein kleiner Guide hat dir etwas mehr Klarheit zu den Ursachen und Symptomen des PCO-Syndroms verschafft. Wie weiter oben schon gesagt, ist PCOS keine Krankheit im eigentlichen Sinn. Bis heute gibt es keine einheitliche Regelung dafür, wie PCOS diagnostiziert und behandelt wird.

Erkannt wird das PCO-Syndrom an Symptomen, die häufig kombiniert auftreten. Weil viele davon auch auf andere Krankheiten und Dysbalancen hinweisen können, bleibt PCOS oft lange unerkannt. Aus meiner Sicht ist ein Überschuss an Androgenen, also männlichen Geschlechtshormonen, das ausschlaggebende Kriterium.

Weil die hormonelle Störung viele körperliche und psychische Folgeerkrankungen begünstigen kann, ist es wichtig, das PCO-Syndrom möglichst frühzeitig zu behandeln. Bei deinem Arzt oder deiner Ärztin erhältst du, je nach Beschwerden und persönlichen Zielen, vielleicht ein Medikament, das den Eisprung anregt.

Unterstützen kannst du die Behandlung von PCOS durch eine gesunden Lebensstil und eventuell – nach Absprache mit deinem Ärzteteam – bestimmte Nahrungsergänzungsmittel. Vor allem Inositol konnte in der Vergangenheit gute Effekte erzielen. In vielen Fällen klappt es auch mit PCOS, ganz natürlich schwanger zu werden. 

Du magst meinen ganzheitlichen Blick auf die Frauengesundheit und hast Lust, vielleicht selbst als Zyklus- oder Hormoncoach zu arbeiten? Dann empfehle ich dir von Herzen meine Weiterbildung zum Ayurveda Coach für Frauengesundheit.

Ich teile all mein Wissen aus dem Ayurveda und der Ernährungsmedizin mit dir, um dich zur Hormon- und Zyklusexpertin zu machen. Klingt spannend? Dann freue ich mich, wenn du dich auf meine Warteliste einträgst!