Progesteron-Mangel: Symptome und natürliche Behandlung

Progesteronmangel: Symptome und natürliche Behandlung

Progesteron ist eines unserer Superhormone – und leider eines, von dem viele Frauen zu wenig haben. Dass ein Progesteronmangel sehr häufig vorkommt, heißt aber nicht, dass du ihn einfach so hinnehmen solltest. Ist dein Progesteron zu niedrig, kann das unangenehme Symptome verursachen und sich negativ auf Gesundheit und Fruchtbarkeit auswirken. Ich habe für dich zusammengefasst, was du über einen niedrigen Progesteronspiegel wissen musst – und was du tun kannst, um dein Progesteron natürlich zu erhöhen. 

Progesteron: Das Hormon für Nestbau und Wohlbefinden 

Ich glaube, wenn ich mich für ein Lieblingshormon entscheiden müsste, wäre es Progesteron. Falls ich das schon einmal über ein anderes Hormon gesagt haben sollte, sieh es mir bitte nach: Ich finde das Zusammenspiel der vielen Botenstoffe in unserem Körper einfach unendlich faszinierend. 

Progesteron ist ein Hormon aus der Gruppe der Gestagene (Gelbkörperhormone) und zählt zu den sogenannten Steroidhormonen. Das heißt, der Körper bildet es aus Fett – genauer gesagt, aus Cholesterin. Neben Östrogenen und Androgenen, zu denen zum Beispiel das Testosteron zählt, sind die Gestagene die wichtigsten Sexualhormone.

Sowohl Frauen als auch Männer benötigen Progesteron. Frauen haben allerdings viel höhere Werte. Hand in Hand mit dem Östrogen reguliert Progesteron deinen Menstruationszyklus

Östrogen sorgt unter anderem dafür, dass sich in der Gebärmutter eine dicke Schleimhaut (das Endometrium) bildet und bereitet sie so auf eine mögliche Einnistung vor. 

Unter dem Einfluss von Progesteron wird das Endometrium dann so umgewandelt, dass das befruchtete Ei perfekte Lebensbedingungen vorfindet. Wenn du schwanger werden möchtest, ist es deshalb besonders wichtig, dass du keinen Progesteronmangel hast. 

Ein Kinderwunsch ist aber nicht der einzige Grund, warum du dich für deinen Progesteronspiegel interessieren solltest. Zu wenig Progesteron bedeutet, dass dein Hormonhaushalt aus dem Gleichgewicht geraten ist und irgendetwas nicht ganz rund läuft. 

Progesteron regiert die zweite Zyklushälfte

Für die Bildung von Progesteron sind in erster Linie unsere Eierstöcke zuständig. Während der Schwangerschaft produziert die Plazenta große Mengen Progesteron. Bei Männern übernehmen die Hoden den Löwenanteil der Progesteronsynthese. Kleinere Mengen werden bei beiden Geschlechtern auch in anderen Körperregionen erzeugt, zum Beispiel in den Nebennieren. 

Der Progesteronwert schwankt im Laufe deines Zyklus. Die erste Zyklushälfte, die sogenannte Follikelphase, beginnt mit dem ersten Tag deiner Periode. Während dieser Phase ist besonders das Östrogen (Östradiol) wichtig, denn es sorgt dafür, dass es zum Eisprung kommt. Dein Progesteronspiegel ist in der ersten Zyklushälfte deutlich niedriger. 

Nach dem Eisprung beginnt die zweite Zyklushälfte, auch Lutealphase genannt. Aus der Hülle des Eibläschens (Follikel) bildet sich jetzt der Gelbkörper (Corpus Luteum). Er hat die Aufgabe, den Körper auf eine mögliche Schwangerschaft vorzubereiten – dafür produziert er vor allem Progesteron. Deshalb ist dein Progesteronwert in der Lutealphase deutlich höher als in der Follikelphase. 

Progesteron und Schwangerschaft 

Wird die Eizelle nicht befruchtet, bildet der Gelbkörper sich wieder zurück und es kommt zur Menstruationsblutung. Sobald deine Periode einsetzt, sinkt der Progesteronspiegel wieder ab. Falls du schwanger bist, übernimmt ungefähr ab der zwölften Schwangerschaftswoche die Plazenta die Produktion von Progesteron. 

Viele Frauen bemerken erst, dass sie einen Progesteronmangel haben, wenn sie sich ein Baby wünschen. Ein niedriger Progesteronspiegel kann nämlich die Einnistung des Embryos beeinträchtigen. Bei vielen Frauen, die eine Gelbkörperschwäche haben, ist die zweite Zyklushälfte zu kurz. Selbst, wenn es zu einer Befruchtung kommt, hat der Follikel dann nicht genug Zeit, um es sich in der Gebärmutter gemütlich zu machen. 

Auch nach der Einnistung erfüllt Progesteron wichtige Funktionen: Zum Beispiel verhindert es, dass neue Eizellen gebildet werden – und dass deine Gebärmutter sich zusammenzieht. Das schützt den Embryo und beugt einer Fehlgeburt vor. 

Warum Progesteronmangel bzw. Gelbkörperschwäche problematisch sind 

Progesteronmangel und Gelbköperschwäche werden oft als Synonyme verwendet. Genau genommen folgt aber das eine aus dem anderen: Gibt es Probleme bei der Bildung des Gelbkörpers (Gelbkörperschwäche), verursacht das niedrige Progesteronwerte (Progesteronmangel). Andere Begriffe für dasselbe Problem sind Lutealphasendefekt (LPD) oder Lutealphaseninsuffizienz. 

Wenn du mich schon ein bisschen kennst, weißt du vielleicht, wie wichtig mir ein gesunder Zyklus ist. Ich betone oft, dass der weibliche Zyklus ein sehr aussagekräftiges Vitalzeichen ist. Mein Wunsch ist, dass wir Frauen uns so früh wie möglich mit unserem eigenen Rhythmus beschäftigen, damit wir lernen, die feinen Signale wahrzunehmen.   

Bei den meisten Frauen reagiert der Zyklus sehr sensibel auf innere und äußere Einflüsse. Alle Hormone unseres Körpers interagieren ständig miteinander. Ein Progesteronmangel ist deshalb nicht nur ein Hindernis auf dem Weg zum Wunschkind, sondern ein Hinweis darauf, dass etwas aus der Balance geraten ist. 

Die Wirkung des Superhormons Progesteron 

Die Erfahrung zeigt, dass zu niedriges Progesteron zu einer ganzen Reihe an Beschwerden führen kann. Ein Beispiel: Progesteron ist so etwas wie unser Wohlfühlhormon und hat eine starke Wirkung auf die Psyche. Es gibt Hinweise darauf, dass der Progesteronspiegel mit Angst- und Unruhezuständen, depressiven Verstimmungen, PMS und PMDS in Verbindung steht. 

Diese Wirkung hat Progesteron im Körper:  

  • Es erhöht die Körpertemperatur und regt den Stoffwechsel an 
  • Es ist essenziell für Einnistung und Schwangerschaft 
  • Es beeinflusst die Konsistenz des Zervixschleims
  • Es entspannt und beruhigt uns
  • Es verbessert die Schlafqualität
  • Es unterstützt die Funktion der Schilddrüse
  • Es wirkt entzündungsregulierend 
  • Es moduliert das Immunsystem 
  • Es verhindert PMS, PMDS und Stimmungsschwankungen 
  • Es spielt eine Rolle beim Aufbau von Muskeln und Knochen 
  • Es kann Haut, Haare und Nägel positiv beeinflussen 
  • Es reguliert Östrogen und Testosteron 
  • Es verhindert Beschwerden wie Brustspannen und starke Monatsblutungen
  • Es senkt das Risiko für bestimmte Krebserkrankungen (zum Beispiel Brustkrebs)
  • Es hat eine neuroprotektive Wirkung (schützt also das Gehirn)

Mögliche Symptome eines Progesteronmangels 

Wie wichtig es für unser Wohlbefinden ist, merken wir spätestens in den Wechseljahren: Progesteron ist nämlich das Hormon, das als erstes absinkt. Der Progesteronmangel führt dann gegebenenfalls eine Zeitlang zu einer Östrogendominanz – und das äußert sich bei vielen Frauen durch Schlafstörungen, Hitzewallungen, starke Blutungen, Krämpfe und Stimmungsschwankungen. 

Außerdem fördert Progesteron den Knochen- und Muskelaufbau, weshalb nach den Wechseljahren das Osteoporose-Risiko zunimmt. Meistens fällt der Progesteronspiegel ungefähr ab dem 40. Lebensjahr langsam ab. Mit der Menopause stellen die Eierstöcke die Progesteronproduktion dann ganz ein. Kleine Mengen werden aber in anderen Körperregionen weiterhin synthetisiert. 

Zu niedriges Progesteron betrifft aber bei weitem nicht nur Frauen vor oder in den Wechseljahren: Viele haben aber schon vorher über Jahre hinweg Symptome eines Progesteronmangels, obwohl sie sich dessen vielleicht gar nicht bewusst sind. 

Mögliche Hinweise auf einen niedrigen Progesteronspiegel:

  • Unregelmäßige Zyklen
  • Häufige anovulatorische Zyklen (kein Eisprung)
  • Eine kurze zweite Zyklushälfte
  • Schmierblutungen abseits der Periode
  • Schlafprobleme
  • Stimmungsschwankungen und depressive Verstimmungen, besonders vor der Periode
  • PMS-Symptome wie Brustspannen und Wassereinlagerungen
  • Verdauungsstörungen
  • Schilddrüsenfehlfunktionen
  • Gewichtsschwankungen
  • Geringe Libido
  • Müdigkeit und fehlende Energie
  • Kopfschmerzen 
  • Starke (oder schwache) Menstruationsblutung 
  • Krämpfe während der Periode
  • Unerfüllter Kinderwunsch 
  • Fehlgeburt in der Frühschwangerschaft 

Du hast das Gefühl, dein Progesteronspiegel ist zu niedrig? Wenn dir eines oder mehrere der oben genannten Symptome bekannt vorkommen, empfehle ich dir, mit deinem Arzt oder deiner Ärztin zu sprechen. Leider sind die Beschwerden in vielen Fällen eher unspezifisch und können verschiedene Ursachen haben. 

Eindeutig diagnostizieren lässt sich ein Progesteronmangel nur durch einen Hormontest. Sexualhormone lassen sich sowohl im Blut als auch im Speichel oder Urin bestimmen. Am wichtigsten ist, dass du deinen Progesteronspiegel zum richtigen Zeitpunkt testen lässt: Die zweite Zyklushälfte, also die Zeit nach deinem Eisprung, eignet sich besser als die erste. In der Regel wird circa die Mitte der zweiten Zyklushälfte empfohlen. 

Ich selbst bin ein großer Fan davon, Hormone über einen längeren Zeitraum zu testen, um einen Überblick und ein möglichst aussagekräftiges Ergebnis zu haben. 

Eine sehr gute Einschätzung kann dir auch Zyklusmonitoring (NFP) geben. Es gibt ziemlich genaue Parameter an denen sich ein Progesteronmangel anhand eines Zykluscharts feststellen lassen kann. Zudem hilft dir die fundierte Zyklusbeobachtung dabei dir sicher zu sein, wann du dich so in deinem Zyklus befindest. Hinzu kommt, dass die Verbindung zu dir selbst und zu deinem Körper gestärkt wird. Falls du mehr zu diesem Thema lernen möchtest. Schau gerne bei meinem Kurs “Sicheres Zyklusmonitoring – Verhütung, Kinderwunsch und Körperbewusstsein im Fokus” vorbei. 

Relativer und absoluter Progesteronmangel 

Um zu den Ursachen eines Progesteronmangels überzugehen, muss ich zuerst den Unterschied zwischen einem absoluten und einem relativen Progesteronmangel erklären. Wann wir von zu wenig Progesteron sprechen, hängt nämlich vor allem auch mit dem Östrogenwert zusammen. 

Wenn dein Östrogenspiegel zum Beispiel stark erhöht ist, kannst du einen Progesteronmangel haben, obwohl dein Wert eigentlich in Ordnung ist: einfach deshalb, weil das Verhältnis nicht mehr stimmt. Das wäre dann ein relativer Progesteronmangel – oder eine relative Östrogendominanz. Ein absoluter Progesteronmangel besteht dann, wenn dein Östrogen im normalen Bereich ist, aber das Progesteron zu niedrig. 

Eine mögliche Ursache eines Progesteronmangels ist also ein Zuviel an Östrogen. Auch dafür gibt es wiederum eine Reihe an Einflussfaktoren. Sogenannte Xenoöstrogene, Schadstoffe mit hormonähnlicher Wirkung, können den Östrogenspiegel zum Beispiel erhöhen. Eine schlechte Entgiftungsleistung des Körpers kann zudem dazu führen, dass das Östrogen nicht richtig ausgeleitet wird. 

Typische Ursachen eines Progesteronmangels

Du siehst also – es gibt eine ganze Menge Faktoren, die dazu beitragen können, dass deine Hormonbalance nicht stimmt. Manche davon sind temporär und lösen sich nach einer Weile von selbst. Bei anderen lohnt es sich, einmal genauer hinzusehen und mögliche Übeltäter zu entlarven. 

  • Phasen wie Pubertät, Schwangerschaft, Stillzeit oder Wechseljahre
  • Chronischer Stress 
  • Absetzen hormoneller Verhütungsmittel
  • Stoffwechselstörungen wie Insulinresistenz
  • Starkes Übergewicht oder Untergewicht 
  • Übermäßiges sportliches Training 
  • Ungünstige Ernährung
  • Eine unzureichende Kalorienzufuhr
  • Hormonrückstände im Trinkwasser oder in Lebensmitteln
  • Schadstoffe / Xenoöstrogene (endokrine Disruptoren)
  • Rauchen
  • Alkohol
  • Nährstoffmängel
  • Schilddrüsenfunktionsstörungen
  • Entgiftungsstörungen 
  • Genetische Veranlagungen

Was tun bei Progesteronmangel? 

Wie schön es wäre, wenn ich dir jetzt einfach sagen könnte: „Iss mehr grünes Blattgemüse, das erhöht deinen Progesteronspiegel ganz natürlich.“ Aber, wie so oft beim Thema Gesundheit, ist es leider nicht so einfach. Eine pauschale Antwort gibt es nicht: Es kommt darauf an, was deinen Progesteronmangel ausgelöst hat. 

Die Standardmedizin behandelt einen Progesteronmangel meistens nur dann, wenn er starke Beschwerden verursacht – oder wenn die Patientin versucht, schwanger zu werden. In vielen Fällen empfehlen die Therapeut:innen dann synthetische Hormone in Form von Progesteroncremes oder -tabletten.

Eine Alternative ist die Behandlung mit bioidentischen Hormonen. Bei einem Kinderwunsch besteht der Ansatz oft darin, Hormone zu injizieren, die den Eisprung stimulieren. Ohne Eisprung kein Gelbkörper – und damit auch kein Progesteron. 

Genauso wie es Phytoöstrogene gibt, gibt es auch Pflanzen mit einer progesteronähnlichen Wirkung. Die wohl bekannteste Variante ist der Mönchspfeffer (Vitex Agnus Castus). Heilpraktiker:innen und Ärzt:innen mit naturheilkundlicher Ausrichtung entscheiden sich bei Progesteronmangel oft für Mönchspfeffer-Präparate. Weitere Pflanzen, die helfen sollen, den Progesteronspiegel natürlich zu erhöhen, sind zum Beispiel Frauenmantel, Schafgarbe, Yams, Nachtkerze, Bockshornklee und Macawurzel. 

Vor allem zur Wirkung von Mönchspfeffer gibt es inzwischen einige Studien. Ich habe allerdings den Eindruck, dass er häufig sehr vorschnell verschrieben bzw. empfohlen wird. Genau wie synthetische Medikamente können aber auch pflanzliche Produkte Nebenwirkungen haben. Ich empfehle dir unbedingt, zuerst mit erfahrenen Phytotherapeut:innen zu sprechen, die das Pflanzenpräparat individuell auf dich abstimmen. 

Seed Cycling und Nahrungsergänzung

Damit der Körper Hormone produzieren kann, braucht er eine Menge Nährstoffe, wie Vitamine, Mineralien und gesunde Fette. Bei Progesteronmangel werden vor allem Zink, Magnesium, Selen, Vitamin D, B-Vitamine und Omega-3-Fettsäuren häufig empfohlen. 

Vielleicht hast du schon mal von Seed Cycling gehört: Das Prinzip beruht vor allem darauf, dem Körper in der zweiten Zyklushälfte Zink und Magnesium in Form bestimmter Saaten zuzuführen, um das Progesteron zu erhöhen. Seed Cycling ist noch nicht wissenschaftlich erforscht – in Kombination mit anderen Ansätzen kann es sich aber lohnen, das Ganze mal auszuprobieren. 

Bei Übergewicht kann es sinnvoll sein, etwas Gewicht zu verlieren: Fettzellen sind nämlich nicht nur Energiespeicher, sondern produzieren auch Hormone – und zwar vor allem Östrogen. Wenn du diese „Fett-Hormondrüsen“ verkleinerst, hilfst du deinem Körper dabei, ein besseres Gleichgewicht herzustellen. 

Progesteronmangel natürlich behandeln 

Meine allgemeinen Empfehlungen für dich: Eine nährende, ausgewogene und entzündungshemmende Ernährung mit viel frischem Gemüse, genug Protein, komplexen Kohlenhydraten, sekundären Pflanzenstoffen und gesunden Fetten – ganz besonders Omega-3-Fettsäuren. Ein stabiler Blutzuckerspiegel verhindert eine Stressreaktion des Körpers und unterstützt eine gesunde Hormonbalance.

Von allem, was Stress auslösen oder verstärken kann, rate ich dringend ab. Dazu gehören beispielsweise HIT-Training und intensive Cardio-Einheiten sowie alle Arten von (Intervall-)Fasten. Bei bestehendem Übergewicht setzen wir stattdessen lieber auf eine vollwertige Ernährung und regelmäßige, moderate Bewegungseinheiten. 

Auch bei Alkohol kann es sinnvoll sein, zumindest übergangsweise mal Alternativen auszuprobieren. Ganz besonders gilt das bei einem relativen Progesteronmangel, um die Entgiftung und die Östrogen-Ausleitung anzuregen. Unterstützend empfehle ich dir, Darm und Leber zu stärken, zum Beispiel durch Ballast- und Bitterstoffe, Probiotika und Leberwickel. 

Wie du Klientinnen mit Progesteronmangel unterstützt

Ein Progesteronmangel ist kein „Insel“-Symptom, sondern wirkt sich auf das gesamte System aus. Ganz im Sinne des Ayurveda ist es deshalb wichtig, einen Schritt zurückzutreten und sich den Menschen als Ganzes anzusehen. Wer steht vor dir? Welche Tendenzen nimmst du wahr: Wirkt die Klientin gestresst, erschöpft oder niedergeschlagen? Wie beschreibt sie ihren Alltag, ihre Wünsche und Beschwerden? 

Zwar kann man durchaus bestimmte Anzeichen für einen Progesteronmangel erkennen. Verlassen würde ich mich aber immer nur auf seriöse Hormontests. Als Ayurveda Coaches dürfen wir ohnehin nicht therapieren, sondern nur unterstützen. Das funktioniert am besten, indem wir auf das aktuelle Verhältnis der Doshas (die Vikriti) achten. Eine typgerechte Ernährungsweise und individuelle Empfehlungen rund um Bewegung und Entspannung bilden immer die Grundlage für ein stabiles hormonelles Gleichgewicht. 

Gerade das Thema Stress spielt eine große Rolle, wenn es darum geht, einen Progesteronmangel natürlich zu beheben. Grund dafür ist der sogenannte „Pregnenolon-Steal“. Pregnenolon ist das Vorläuferhormon von Progesteron. Das Problem ist, dass der Körper aus Pregnenolon auch andere Hormone bildet – zum Beispiel unser „Stresshormon“ Cortisol. Sind wir im Dauerstress, bleibt deshalb oft kein Pregnenolon mehr übrig, um Progesteron zu bilden. 

Spricht deine Klientin von großer Belastung in der Arbeit oder von privaten Herausforderungen – oder fällt dir auf, dass sie intensiven Sport treibt oder zu wenige Kalorien zu sich nimmt? Dann zeigt dir das, wo du ansetzen kannst. Meditation, Atemübungen, Yoga Nidra und andere Entspannungstechniken sind wunderbare Tools. Inzwischen gibt es so viele tolle (und oft kostenlose) Apps, die dabei helfen, dranzubleiben. 

Du wünschst dir noch weitere Tipps, wie du die Hormongesundheit deiner Klientinnen unterstützen kannst oder möchtest selbst zur Expertin werden?  Dann schau bei meiner Weiterbildung Ayurveda Coach für Frauengesundheit vorbei. Gemeinsam mit einer Gruppe toller Frauen lernst du innerhalb von sechs Monaten alles, was du brauchst, um deinen Klientinnen zu hormoneller Balance und Wohlbefinden zu verhelfen. Ich freue mich auf dich!

Progesteronmangel lässt sich natürlich behandeln    

Ein Progesteronmangel betrifft viele Frauen. Erkannt wird er allerdings oft erst, wenn ein Kinderwunsch besteht oder Patientinnen in die Wechseljahre kommen. Aus Sicht der Standardmedizin gibt es verschiedene Möglichkeiten, einen Progesteronmangel zu behandeln: Neben der klassischen Hormonersatztherapie werden vor allem gerne bioidentische Hormone oder Mönchspfefferpräparate verschrieben. 

Um die Ursache des Progesteronmangels zu beheben, ist es aber notwendig, genauer hinzusehen. Die wichtigsten Stellschrauben liegen wie so oft im Bereich von Ernährung, Entspannung, Schadstoffen und Bewegung. Leider dauert es oft eine Weile, bis sich eine Wirkung zeigt. Falls ein dringender Kinderwunsch besteht, kommen Frauen manchmal nicht an Hormonen vorbei. 

Falls du Beschwerden hast, die auf einen Progesteronmangel hindeuten, solltest du unbedingt mit einer Person mit Heilerlaubnis sprechen. Nur durch einen Test findest du heraus, ob du Recht hast oder ob die Ursache doch woanders liegt. Ein Hormon- oder Ernährungscoach kann dich dann dabei unterstützen, deinen Progesteronmangel natürlich zu regulieren. 

Falls du wissen möchtest, wie du einen Progesteronmangel an deiner Zykluskurve abliest, interessiert dich vielleicht mein Kurs „Sicheres Zyklusmonitoring – Verhütung, Kinderwunsch und Körperbewusstsein im Fokus“. Du lernst Schritt für Schritt, wie du die Phasen deines Zyklus und deine fruchtbaren Tage identifizierst. Schau doch mal vorbei!